Im März sind sie noch im Yard Club aufgetreten, haben dort zum ersten Mal ihre neuen Songs vorgestellt, heute ist Welturaufführung im Radio. Es geht um die drei Jungs der Band Kraan. Prominentestes Bandmitglied ist deren Bassist Hellmut Hattler, einer der ganz regelmäßigen Gäste dieser Sendung: Ein großer, schlanker Typ mit blonden Haaren, Kinnbärtchen, einer unnahbaren Sonnenbrille und vor allem einem weißen E-Bass. Damit hat er in den 70er-Jahren für Kraan gespielt, in den 90ern für das Duo TabTwo und seit dem Jahrtausendwechsel auch unter eigenem Namen. An der Gitarre und am Schlagzeug spielen bei Kraan zwei Brüder, die das Trio komplettieren: Eine Band, die in den 70ern zu der so genannten Krautrock-Szene gezählt wurde, zu ihren wichtigsten Vertretern gehört und sich zum neuen Jahrtausend eben wieder neu firmiert hat. “Diamonds” heißt das kommende Kraan-Album: Ein Querschnitt der Pop-Geschichte, könnte man sagen, urdeutsch und unverwechselbar. Die Songs tragen wieder solch markante Titel wie “Neu Rosenheim-Suite” und “Ab nach Kassel”, was nicht zwingend etwas mit dem Inhalt der Texte zu hat, denn die gibt es meist gar nicht. Kraan lebt über weite Strecken allein von den Instrumenten. Hier und da hört man aus der Ferne ein paar unaufdringliche Stimmen, ansonsten singen hier vor allem die Gitarre von Peter Wolbrandt und der Bass von Hellmut Hattler. Es gibt Stellen, da stehen diese beiden Instrumente wirklich gleichberechtigt nebeneinander, übergeben sich gegenseitig die Melodien, so dass man gar nicht mehr von Begleitinstrumenten sprechen kann. Immer wieder ist es die Kombination aus Jazz-Harmonien und fast schon lieblich-schlichten Tonfolgen, die den besonderen Reiz von Kraan ausmacht: Oft in nachdenklicher, schwermütiger Stimmung. Und dann wieder das komplette Gegenteil. Hellmut Hattler scheint auf seinem Bass beinahe zu reiten: Er legt einen unaufhaltsamen Groove vor: Schnell, präzise, hart, wird von synthetischen Beats angefeuert, und die Gitarre legt sich mit effektvollen Einwürfen noch mal oben drüber. Diese technoiden Anwandlungen wechseln sich ab mit geraden Rockthemen, wie sie auch von einem Lenny Kravitz kommen könnten, und mit sehr verspielten, unberechenbaren Wendungen, wie man sie sonst vielleicht nur aus der Fusion-Musik kennt. Sehr transparent, das Ohr hört quasi ständig im Dreieck und kann sich mitreißen lassen von Kraan und ihrem neuen Album “Diamonds”.
Tags: Bassball, Diamonds, Hattler, Joo Kraus, Krautrock, Nogger, Tab Two, Wolbrandt



Stimmt!
Stimmt genau!
KRAAN, a group, has set a high standard for rock – jazz music for many years. One of the finest examples of quality in the music industry. The most recent incarnation of KRAAN finds them as a trio and I must say playing as well or better than they ever have. I highly recommend their newest CD and congratulate them on a job well done.